15-jährige Inderin fährt ihren verletzten Vater auf dem Rad ins Heimatdorf – brauchte 7 Tage für 1.200 Kilometer

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Jeder hatte dieses Gefühl vielleicht auch schon einmal in seinem oder ihrem Leben, dass man über sich hinausgewachsen ist und etwas Großartiges geschafft hat.

Insbesondere im Umgang mit der eigenen Familie ist man imstande, Sachen zu tun, von denen man vorher niemals gedacht hätte, dass diese überhaupt möglich seien.

Was die gerade einmal 15-jährige Jyoti Kumari Paswan aber geschafft hat, das muss keinen Vergleich mit anderen Taten auf dieser Welt scheuen.

Wie der Spiegel nämlich berichtete, fuhr das Mädchen ihren verletzten Vater auf einem Fahrrad quer durch halb Indien. Sie trat in die Pedale, ihr Papa saß auf dem Gepäckträger, inklusive seinem Gepäck. Das Rad hatte Jyoti zuvor für umgerechnet 20 Euro gebraucht gekauft.

1.200 Kilometer lagen vor ihnen

Und die beiden hatten einen langen Weg vor sich. Das Heimatdorf lag nämlich 1.200 Kilometer von ihrem Startpunkt entfernt und wie man weiß, herrschen in Indien meist hohe Temperaturen.

Das war bei ihrer Reise auch der Fall. Sie brauchten sieben Tage und kämpften zusätzlich dabei gegen 40 Grad und die Schmerzen beim Fahrradfahren an.



Von Gurugram, einem Vorort von Indiens Hauptstadt Neu-Delhi, ging es Richtung Osten nach Sirhulli. Dort lebt die Familie in einem Dorf im Bundesstaat Bihar von Mohan Paswan, dem Vater des tapferen Mädchens.

Dieser hatte zuvor als Rikschafahrer gearbeitet, verletzte sich aber eines Tages bei einem Autounfall und musste deswegen so schnell wie möglich nach Hause gebracht werden.

Da das Geld vor dem Vorfall bereits knapp gewesen war, hatten er und Jyoti vor der abenteuerlichen Fahrt mit dem Fahrrad kaum etwas Essbares dabeigehabt.

Und als wären die 160 Kilometer, die sie täglich zurückgelegt hatten, nicht schon anstrengend genug gewesen, musste sich die 15-jährige Jyoti auch noch Spott von der Bevölkerung über sich ergehen lassen: Man lachte sie aus, weil sie als Mädchen strampeln musste und der Vater ihr nicht helfen konnte.
Reise in eine neue Zukunft?

Für den indischen Radsportverband war das aber alles andere als lächerlich.

Onkar Singh, Verbandspräsident, zeigte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP beeindruckt:

„Sie hat etwas an sich.“

Und lud Jyoti deswegen ein, ein Probetraining im Nationalteam zu bestreiten. Da dieses in Neu-Delhi stattfinden wird, versprach er außerdem, dass der Verband die An- und Abreise organisieren werde:

„Wir haben ihr gesagt, dass wir uns an unseren Akademien auch um die Schulbildung kümmern.“

Die 15-Jährige ließ den Verband nämlich wissen, dass sie unbedingt ihre Schulausbildung fortsetzen möchte, da sie diese vor einem Jahr aufgrund von Geldproblemen abbrechen musste.

Das Schicksal von Jyoti und ihrem Vater macht durch diesen Fall auf die vielen Millionen Wanderarbeiter in Indien aufmerksam. Dazu zählen etwa Rikschafahrer, Teeverkäufer oder Bauarbeiter.

All diese Berufsgruppen leben von Gehaltscheck zu Gehaltscheck und weil viele aufgrund der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Maßnahmen keine Möglichkeit mehr haben, Geld zu verdienen, machen sie sich auf den Weg zurück in ihr Heimatdorf.

Wenn sie ankommen, sind sie nicht nur mittellos, sondern in den meisten Fällen auch vollkommen entkräftet.

Laut Schätzungen von indischen Forschern sind aktuell bis zu zehn Millionen Menschen in Indien unterwegs, was gleichbedeutend mit der größten Menschenbewegung seit der Trennung Pakistans von Indien im Jahr 1947 wäre.

Der Vater von Jyoti kam unterdessen nach der Ankunft im Dorf Sirhulli auf eine Quarantänestation, das Mädchen durfte zu Hause in Isolation leben, weil ihre Mutter es geschafft hatte, den Dorfältesten zu überreden.

Lebt man in einem Land wie Deutschland, kann man sich kaum vorstellen, was es bedeutet, in Ländern wie Indien arm zu sein.

Wir hoffen, dass das Mädchen, ihre Familie und die vielen weiteren Millionen Menschen weitestgehend unbeschadet aus dieser Krise kommen.

Teile diesen Artikel, wenn du auch beeindruckt bist, zu was die 15-jährige Jyoti imstande war.

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